„Die Bildekräfte der Materie sind die Sprachen der Natur. Meine Arbeit ist Denken im Stofflichen.“

Remo Albert Alig setzt sich mit philosophischen, mystischen und literarischen Themen auseinander. In seinem Werk versucht er das Wesen, die Sprache und Atmosphäre seines Gegenübers - von Mensch, Ding und Umgebung-sowie dessen Beziehung zum Kosmos zu ergründen, zu erforschen, auszuloten und im gestalterischen Dialog subtil in Erscheinung zu bringen. Seine Bilder und Wandarbeiten, raumgreifenden Installationen und Interventionen, enigmatischen Objekte und lyrisch-hermetischen Texte behaupten sich in stiller Präsenz und Schlichtheit durch ihre hohe Sinnlichkeit und strahlende Ruhe.
Nicht die Worte allein, die in vielen seiner Arbeiten vorkommen, lassen uns dem Künstler näher kommen, sondern auch sein behutsames Agieren und Reagieren auf die Bildekräfte der Materie. Dies können Substanzen sein, die vom Künstler oft in aufwändiger Arbeit gesucht und aufbereitet werden, wie etwa verschiedene Harze, Salze, Staubgewölle... oder einfach ein natürlich gewachsener Algenboden, der zu einer Intervention einlädt, welche sowohl Kinder wie Erwachsene in einen geheimnisvollen Bann zieht.

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Von einem vielseitigen Künstler zu sprechen, ist untertrieben. Remo Albert Alig ist in seiner Haltung viel mehr mit dem universalen Künstler der Renaissance verwandt: Er verbindet Malerei, Literatur, Philosophie, Alchemie, Mystik und Volkskunde zu einem hermetischen Kosmos, zu einem faszinierenden, weil vielschichtigen und hintersinnigen Oeuvre.
(...) Auch bei Remo Albert Alig gilt, was die Qualität von Kunst ausmacht: ein optisches, sinnlich wahrnehmbares Ereignis, das indes hinter die reine Anschauung zielt und bei einer fortgesetzten Auseinandersetzung eine Schicht um die andere offenbart.

 

Dr. Beat Stutzer, ehem. Direktor Bündner Kunstmuseum
Auszug KUNST Graubünden und Liechtenstein, 2010


 

(...) Remo Albert Aligs Werktitel sind allesamt ungewöhnlich, ausgefallen. Und doch sind es keine phantasievollen Wortschöpfungen um des Geheimnisses Willen. Hinter jedem verbirgt sich ein tiefer mythologischer, historischer Sinn. Und hinter jeder Arbeit steht ein langer Prozess, ein langer Weg vom Moment der Idee, der Entwicklung des Gedankens, bis schliesslich zur Ausführung und Gestaltung.
Viele Arbeiten sind der Vergänglichkeit anheim gestellt, dessen ist sich der Künstler durchaus bewusst und weiss dennoch um etwas, das bei aller Unbeständigkeit - als Erinnerung - zurückbleibt. (...)

 

Gisela Kuoni, Kunstkritikerin
Auszug Bündner Jahrbuch 2012